Kurz Vita

Lutz GörnerHunderttausenden hat er geholfen, die Meisterwerke deutscher Dichtkunst neu zu entdecken. Lutz Görners Aufstieg zum führenden Rezitator deutscher Sprache kam allerdings nicht von ungefähr: In seiner Person verbinden sich schauspielerische und didaktische Begabung mit umfassender Bühnenerfahrung und der Gründlichkeit eines Forschers, der bis zu drei Jahren in die Vorbereitung eines einzigen Programms investiert.

Lutz Görner kam 1945 in Thüringen zur Welt und wuchs im Rheinland auf. Schon während der Schulzeit stand er als Statist auf der Bühne des Aachener Stadttheaters. Dort erhielt er auch eine Ballettausbildung. Ein Studium in Köln (Theaterwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie) schloss sich an. Gleichzeitig besuchte Görner in Köln die Schauspielschule und trat im dortigen Theater 'Der Keller' auf. Zum 'Kellerkind' fühlte er sich allerdings nicht berufen - im Gegenteil. Der junge Künstler wollte hoch hinaus, hatte sich eigentlich in den Kopf gesetzt, Theaterintendant zu werden. Deshalb machte er sich mit diesem Medium aus den verschiedensten Blickwinkeln vertraut. (Als Schauspieler im Schauspiel Köln; als Bühnenarbeiter am Theater am Gärtnerplatz, München; als Requisiteur an der Kölner Oper; als Dramaturg und Inspizient am Theater am Dom, Köln; als Regieassistent von Boy Gobert und Jürgen Flimm am Thalia Theater, Hamburg und als Regisseur/Schauspieler am Theater der Jugend, München).

Lutz GörnerNach dieser 11-jährigen, umfassenden theoretischen und praktischen Ausbildung in ganz verschiedenen Berufen und Theatertypen bekam Görner im Alter von 29 Jahren zufällig Heinrich Heines "Harzreise" in die Hand, las anschließend innerhalb von drei Monaten das Gesamtwerk des Dichters und war fasziniert. Seine Einschätzung, dass die Zeit für eine Wiederentdeckung Heines reif sei, bestätigte sich bald: Erste Auftritte in einem kleinen Schwabinger Theater (Mit dem Heine-Programm 'Die Menschen sind keine Esel') machten ihn fast über Nacht zum gefragten Rezitator, und ließen ihn seine Theaterarbeit mitten in der laufenden Spielzeit kündigen. Turbulente Zeiten mit bis zu 250 Auftritten im Jahr folgten. Görner organisierte seine Gastspiele selbst, klebte sogar eigenhändig Plakate und fand noch Zeit, eine Gesangsausbildung zu absolvieren. Von Anfang an wurden seine Programme durch Bücher, Schallplatten und Kassetten dokumentiert, die mittlerweile in Millionenauflagen vorliegen.